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Pfahlbauten Museum Unteruhldingen am Bodensee

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Pfahlbauten Museum Unteruhldingen am Bodensee - Unterwasserwelt mit Licht simulieren
Neubau des Pfahlbauten Museums Unteruhldingen am Bodensee
Inszenierung einer prähistorischen Unterwasserwelt durch Architektur und Licht



Mit dem Erweiterungsbau des Pfahlbauten Museums Unteruhldingen am Bodensee wurde ein außergewöhnliches Ausstellungsgebäude geschaffen, das Architektur, Museumsdidaktik, Lichtkunst und innovative Sonderleuchtentechnik auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet. Ziel des Projektes war es, die Geschichte der prähistorischen Pfahlbauten emotional erlebbar zu machen und den Besuchern einen neuen Zugang zur Welt der UNESCO-Welterbestätte zu eröffnen.

Architekturkonzept
Der Erweiterungsbau wurde von a+r Architekten entworfen. Die architektonische Leitidee orientiert sich an einem umgedrehten prähistorischen Einbaum, der an Land gezogen wurde. Diese Formensprache stellt eine unmittelbare Verbindung zur Geschichte der frühen Siedler am Bodensee her und verankert den Neubau harmonisch in seinem historischen Kontext. Mit einer Höhe von rund zwölf Metern prägt das Gebäude das Erscheinungsbild des Museums, ohne die bestehende Anlage zu dominieren. Die Konstruktion besteht überwiegend aus Holz und unterstreicht den nachhaltigen Charakter des Projektes.

Im Inneren beeindruckt insbesondere die offen sichtbare Dachkonstruktion aus Brettschichtholz, deren handwerkliche Präzision und konstruktive Eleganz dem Raum eine besondere Großzügigkeit verleihen. Für seine architektonische Qualität wurde das Projekt bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Holzbaupreis 2025 und dem Prädikat „Beispielhaftes Bauen“.



Ausstellungskonzept – Die Welt über und unter dem Wasser
Die neue Ausstellungshalle gliedert sich in zwei inhaltlich und räumlich voneinander getrennte Ebenen, die die Lebenswelt der Pfahlbauer aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar machen.


Bereich „Über Wasser“:
Auf der Galerieebene steht die Welt oberhalb der Wasseroberfläche im Mittelpunkt. Hier wird ein schwebend inszeniertes Kanu als zentrales Exponat präsentiert. Die Architektur des Gebäudes unterstützt diese Darstellung, indem die Form des umgedrehten Einbaums in den Raum hineinwirkt und die historische Bedeutung dieser frühen Wasserfahrzeuge hervhebt.

Bereich „Unter Wasser“
: Im Erdgeschoss tauchen die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes in die Unterwasserwelt des Bodensees ein. Dort wird die besondere Situation archäologischer Fundstätten atmosphärisch spürbar. Die Gestaltung verzichtet bewusst auf eine rein sachliche Präsentation. Stattdessen entsteht durch eine außergewöhnliche Lichtinstallation eine emotionale Erlebniswelt, die den Eindruck vermittelt, sich tatsächlich auf dem Grund des Sees zu befinden.


Die Lichtinstallation – Simulation einer Unterwasserwelt
Die zentrale Besonderheit des Projektes stellt die von luxwerk entwickelte Lichtinszenierung dar. In enger Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsbüro jangled nerves sowie dem Lichtkünstler Joachim Fleischer entstand ein Konzept, das sogenannte Wasserkaustiken simuliert.
Unter Wasser entstehen durch die Brechung von Sonnenlicht an der bewegten Wasseroberfläche charakteristische Lichtmuster. Diese tanzenden Reflexionen erzeugen eine einzigartige, beruhigende Stimmung. Das Ziel des Projektes bestand darin, dieses natürliche Phänomen technologisch präzise in den Museumsraum zu übertragen.


Für die Umsetzung wurden insgesamt fünf monumentale Lichtskulpturen entwickelt und gefertigt. Mit einem Durchmesser von jeweils nahezu drei Metern hängen die Objekte etwa sieben Meter tief von der Deckenkonstruktion herab. Sie erscheinen wie schwebende Lichtwolken im Raum und prägen maßgeblich die Atmosphäre des gesamten Untergeschosses.


Wasserkaustiken – Tanzende Sonnenwellen
Das Herzstück der Installation bilden die simulierten Wasserkaustiken. Mittels spezieller Optiken entstehen auf dem Fußboden des Museums ständig wechselnde Lichtstrukturen, die an die Bewegung von Sonnenstrahlen auf dem See- oder Meeresgrund erinnern. Die Besucher erleben dadurch ein poetisches Spiel aus Licht und Schatten. Die Lichtinstallation erfüllt dabei nicht nur eine funktionale Aufgabe, sondern wird selbst zum zentralen gestalterischen Element der Ausstellung.


Die Kür - Wasserkaustiken
Sonnenwellen am Meeresboden
Pfahlbauten Museum
Natur – simuliert



Sonderoptiken aus Kristallglas
Ein wesentliches Merkmal der Installation sind die eigens entwickelten Sonderoptiken. An der Unterseite jeder Lichtskulptur befinden sich Elemente aus mundgeblasenem Kristallglas, die in aufwendiger Handarbeit gefertigt wurden. Die Besonderheit liegt in ihren bewusst unregelmäßigen Oberflächen und unterschiedlichen Wandstärken – jedes Glaselement ist ein Unikat. Gerade diese individuellen Strukturen ermöglichen die authentische Nachbildung natürlicher Wasserreflexionen. Die gebrochenen Lichtstrahlen erzeugen komplexe Muster, die den Eindruck echter Sonnenwellen entstehen lassen.

Dynamik durch die Verbindung von Mechanik und Licht
Um die Lichtbilder lebendig wirken zu lassen, wurden die Glaselemente mit präzisen Antriebssystemen ausgestattet. Integrierte Motoren versetzen die Kristallgläser kontinuierlich in Rotation, wodurch sich die Lichtprojektionen permanent verändern. Die Besucher erleben somit kein statisches Beleuchtungskonzept, sondern eine dynamische Inszenierung, die dem natürlichen Verhalten von Wasser nachempfunden ist. Diese Kombination aus Feinmechanik und Lichttechnik stellt eine besondere ingenieurtechnische Leistung dar.


Für die Beleuchtung kommen leistungsstarke High-Power-LED-Chips zum Einsatz. Zu den technischen Merkmalen gehören eine extrem hohe Lichtintensität, die Bestromung mit bis zu 5 Ampere sowie die Verwendung besonders enger Linsenoptiken. Durch diese Auslegung entstehen harte Kontraste und eine hohe Lichtbrillanz, die den Charakter natürlicher Sonnenstrahlen überzeugend nachbilden. Erst das Zusammenspiel von LED-Technologie, Glasoptiken und Bewegung ermöglicht die außergewöhnliche Tiefenwirkung der Installation.


Handwerkliche Fertigung und Interdisziplinarität
Die Sonderleuchten wurden vollständig in den Werkstätten von luxwerk in Malterdingen gefertigt. Die Herstellung erforderte ein hohes Maß an handwerklicher Präzision und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Lichtplanung, Maschinenbau, Glasverarbeitung, Elektrotechnik und Design. Das Projekt verdeutlicht, dass moderner Sonderleuchtenbau weit über die reine Funktion der Beleuchtung hinausgeht und sich an der Schnittstelle von Technik und Kunst bewegt.



Ein neues Benchmark für moderne Museen
Mit dem Neubau des Pfahlbauten Museums Unteruhldingen entstand weit mehr als eine klassische Ausstellungshalle. Das Projekt verbindet historische Inhalte mit zeitgenössischer Architektur und innovativer Lichtgestaltung zu einem ganzheitlichen Besuchserlebnis.

Die außergewöhnliche Inszenierung der Unterwasserwelt macht archäologische Forschung emotional erfahrbar und eröffnet neue Wege der Wissensvermittlung. Insbesondere die von luxwerk entwickelte Lichtinstallation zeigt eindrucksvoll, wie sich technische Präzision, handwerkliche Qualität und künstlerischer Anspruch zu einem einzigartigen Gesamterlebnis verbinden lassen. Das Pfahlbauten Museum Unteruhldingen setzt damit neue Maßstäbe für die Gestaltung moderner Museumsräume und beweist, dass Licht weit mehr sein kann als Beleuchtung – nämlich ein Medium, das Geschichte sichtbar, spürbar und erlebbar macht.

Ein Besuch im Pfahlbauten Museum lohnt sich.


 
(Bilder vor Ort sind von von Werner Huthmacher - Berlin):

Auf der Webseite von a+r Architekten gibt es weitere Infos:
»Link zur Webseite von a+r Architekten«

Branche:
Kunst und Kultur

Bauherr:
Verein für Pfahlbau- und Heimatkunde e.V.,
Pfahlbaumuseum Unteruhldingen am Bodensee
88690 Uhldingen-Mühlhofen
Ortsteil Unteruhldingen

Architekt:
a+r Architekten GmbH
Stadtplaner BDA
70178 Stuttgart und 72072 Tübingen

Lichtgestaltung & Lichtplanung:
Lichtkünstler
Joachim Fleischer
Pragsattel
Stuttgart

Planung:
Jangled Nerves jn
Medienraumdesign
70376 Stuttgart

Elektroplanung:
Ib schwarz
Ingenieurbüro für Elektrotechnik
Werner Schwarz GmbH
88212 Ravensburg

Planungsbüro:
luxwerk manufakur für lichttechnik
Malterdingen

Projektfotografie:
Photography
Werner Huthmacher
12459 Berlin

Pfahlbauten Museum Unteruhldingen am Bodensee
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Kunst und Kultur

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Das Projekt 'Pfahlbauten Museum Unteruhldingen am Bodensee' ist ein Anwendungsbeispiel für Sonderleuchten. Eine Sonderleuchte oder mehrere Sonderleuchten werden im Sonderleuchtenbau hergestellt und sind für das Projekt 'Pfahlbauten Museum Unteruhldingen am Bodensee' individuell nach Kundenwunsch angepasst. In der Sonderleuchtenmanufaktur werden die Sonderleuchten hergestellt und individuell angepassst. Die Sonderleuchtenherstellung ermöglicht individuelle, passgenaue und maßgeschneiderte Sonderleuchten mit genau passenden Funktionen und erstklassigen, hochwertigem Design.